Caterer mit sozialer Kompetenz

 

Tossenberger gründet neue Cateringfirma bestLife

 

Wettbewerbs-Vorteile durch Outsourcing

 

Investieren Sie in die Zukunft?

 

Beim Outsourcing müssen die Voraussetzungen stimmen

 

Mit Persönlichkeit führt man besser!

 

Ohne Visionen sind wir tot.

 

Ich stehe bequem zwischen allen Stühlen

 

Dienstleistung von kreativen Querdenkern

Caterer mit sozialer Kompetenz
bestLife Unternehmensgruppe: Stefan Tossenberger meldet sich in der Branche zurück - mit einem eigenen Catering und Dienstleistungsunternehmen für den Senioren- sowie Klinik-Bereich und ehrgeizigen Zielen: Binnen fünf Jahren soll seine bestLife GmbH zur Top Ten der deutschen Catering-Szene gehören

Ein guter Dienstleister ist mit Herzblut und Leidenschaft bei der Sache und stellt die Kundenwünsche in den Mittelpunkt all seines Handelns", sagt Stefan Tossenberger. Für den 42-Jährigen kein Lippenbekenntnis. Mit dieser Philosophie hat er bereits einmal erfolgreich Catering-Geschichte geschrieben. Unter seiner Regie avancierte die Victor's Health Care Services AG, Mannheim (ehemals hawitas Service- und Handelsgesellschaft GmbH), zum deutschen Marktführer im Bereich des Caterings für Seniorenheime. Im Frühjahr 2002 legte Stefan Tossenberger überraschend sein Amt als Victor's-Vorstand nieder, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Jetzt meldet er sich zurück in der Branche: mit einem eigenen Catering- und Dienstleistungs-Unternehmen mit Sitz in Obersulm bei Heilbronn. Stefan Tossenberger bleibt seiner bisherigen Zielgruppe treu: "Auch ein Senior mit Pflegestufe drei hat ein Recht auf ein letztes Stück bestes Leben. Dazu wollen wir einen Teil beitragen", betont der Vorsitzende der Geschäftsführung der bestLife GmbH. Die junge Unternehmensgruppe besteht aus der bestLife GmbH & Co. Catering KG und der bestLife GmbH & Co. Services KG (Unterhaltsreinigung und Hauswirtschaftsdienste). Die bestLife GmbH & Co. KG (Gebäudemanagement) ist im Aufbau.

CI: Herr Tossenberger, warum haben Sie die bestLife GmbH gegründet?

Tossenberger: Der Dienstleistung für Senioren gehört meine Leidenschaft. Als Herr im eigenen Haus bin ich nur mir selbst verantwortlich und kann meine Ideen und Visionen einfacher umsetzen. Natürlich muss ich den Kundenwünschen und den Mitarbeiterbedürfnissen Rechnung tragen, aber ich brauche nicht auch noch die Interessen Dritter, z.B. von Aktionären, zu berücksichtigen.

CI: Auf welchem finanziellen Fundament steht das neue Unternehmen?

Tossenberger: Die bestLife GmbH wurde inklusive der KGs privat finanziert, und zwar von mir und einem Partner, der KTE AG Kliniken und Therapieeinrichtungen. Ich habe 50 Prozent der bestLife an die KTE veräußert, die mir im Gegenzug 50 Prozent ihrer Naturquellen Bad Hersfeld Vertriebs GmbH verkauft hat. Ich habe mir aber vorbehalten, dass ich bestLife alleinverantwortlich führen kann. Gleichzeitig konnte ich die KTE als ersten Kunden gewinnen. Sie betreibt zurzeit 14 Kliniken und Suchteinrichtungen in Deutschland mit Schwerpunkt in Hessen, Thüringen und Brandenburg. Dort wird bestLife die komplette Dienstleistung übernehmen: Catering, Unterhaltsreinigung, Hauswirtschaftsdienste und später auch Gebäudemanagement.

CI: bestLife ist also nicht nur Spezialist für Senioreneinrichtungen?

Tossenberger: Aufgrund der Partnerschaft mit der KTE haben wir Reha-, Sucht- und Akut-Kliniken ins Leistungs-Portfolio aufgenommen, aber mein Herzblut gilt dem Seniorenbereich. Hier haben wir auch schon erste Akquisitionserfolge.

CI: Welche Philosophie prägt bestLife?

Tossenberger: bestLife steht für Qualität, Respekt vor dem Gast und gastronomischen Anspruch. Wir konzentrieren uns auf den Senioren- und Klinik-Bereich und sind überzeugt, dass sich Professionalität, Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit nicht ausschließen. Unsere Mitarbeiter haben neben der fachlichen auch eine soziale Qualifikation: ein respektvolles Auftreten gegenüber älteren Menschen und die Fähigkeit zur fürsorglichen, liebevollen Betreuung von Patienten. Das ist in unseren Augen genau so wichtig wie gutes Essen, Sauberkeit und Hygiene. Unser Firmenlogo, die Rose, ist zart und schützenswert wie unsere Gäste. Die Dornen und das Rot der Rose stehen für unseren Biss und unsere Angriffslust auf dem Markt.

CI: Heißt das, bestLife will etablierten Unternehmen Wettbewerbsanteile streitig machen?

Tossenberger: Ein gewisser Verdrängungswettbewerb entsteht immer, wenn ein weiteres Unternehmen auf den Markt kommt. Mein Ziel ist es aber nicht, mit aller Gewalt Mitbewerber aus einem Objekt rauszudrücken. Es gibt doch genügend Potenzial für alle. Zum einen, weil noch in sehr vielen Senioren- und Pflegeeinrichtungen selbst gekocht wird. Zum anderen, weil Dienstleistung rund um Senioren & Pflege ein eindeutiger Wachstumsmarkt ist. Der Pflegemarkt in Deutschland wächst derzeit jährlich zwei Prozent schneller als das Bruttosozialprodukt. Das Marktvolumen wird auf 13,5 Mrd. Euro geschätzt. Dafür bietet bestLife die spezialisierten Dienstleistungen.

CI: Nach welcher Strategie erfolgt die Akquise?

Tossenberger: Wir gehen sehr individuell vor, d.h. wir beteiligen uns nicht an Ausschreibungen und machen auch keine Mailings. Wir suchen uns unsere Kunden gezielt aus, idealerweise im Umkreis eines bereits bestehenden Objekts, und sprechen sie persönlich an. Das Entree erfolgt immer über unsere Kernkompetenz, das Catering. Wir verkaufen keine Standardkonzepte, sondern schneidern unsere Dienstleistungskonzepte individuell auf jedes Haus zu. Dazu machen wir eine Objektbegehung, sprechen mit den Mitarbeitern und der Pflegedienstleitung und erstellen danach das Angebot. Dabei orientieren wir uns an den Wünschen des Kunden, seinen Qualitätsvorstellungen und den finanziellen Gegebenheiten.

CI: Wie sieht der ideale bestLife-Kunde aus?

Tossenberger: Wichtig ist, dass die Philosophien zueinander passen. Der ideale Kunde hat die gleichen sozialen Werte wie unsere Mitarbeiter verinnerlicht und versteht es wie wir, gezielt auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Senioren bzw. Patienten einzugehen. Wenn der Haus- bzw. Verwaltungsleiter oder Geschäftsführer das Beste für seine Klientel will und bereit ist, dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen, dann ist er für uns ein idealer Kunde. Hinsichtlich der Größe bevorzugen wir Einrichtungen von 80 bis 300 Betten.

CI: Welche Preispolitik verfolgen Sie?

Tossenberger: Wir verstehen uns ganz klar als Qualitätsanbieter mit gastronomischem Anspruch und sind der Meinung, dass Umsatz nicht alles ist. Dienstleistung muss auch Spaß machen. Für Dumping-Preise können wir nicht die Leistung bringen, mit der wir uns identifizieren. Ich meine, man muss von Anfang an fair mit dem Kunden umgehen. Darum halte ich auch nichts davon, im ersten Jahr unterpreisig anzubieten, um den Vertrag zu bekommen, und dann, wenn man im Objekt ist, mit den Preisen anzuziehen. Wir vereinbaren Fixpreise und verhandeln nach Vertragsablauf neu. Um diese Politik erfolgreich umzusetzen, schließen wir Verträge mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren ab.

CI: Sie sprechen von einem Catering mit gastronomischem Anspruch. Was heißt das?

Tossenberger: Unsere Gäste sind anspruchsvoller geworden. Darauf müssen wir reagieren. Unsere Lösung: optimale Frische bieten. Deshalb verarbeiten wir möglichst wenig vorproduzierte Lebensmittel; d.h. unser Küchenleiter fährt zweimal die Woche auf den Großmarkt und richtet sein Angebot nach der Saison aus. Natürlich geht es heute nicht mehr ganz ohne Convenience-Produkte, aber als gelernter Koch wehre ich mich dagegen, dass unsere Köche nur noch Tüten und Dosen öffnen. Ich finde es ganz wichtig, dass in unseren Objekten noch richtig gekocht wird. Das wertet die Qualität der ganzen Einrichtung auf.

CI: Nach welchen Qualitätsstandards arbeitet bestLife?

Tossenberger: Als professioneller Partner bieten wir unseren Kunden für alle Services ein transparentes Qualitätsmanagement. bestLife Catering orientiert sich z.B. streng an der LMHV und dem Qualitätskontrollsystem HACCP. Als Präsident des Bundesfachverbandes Catering und Großverpflegung sowie Vorsitzender der Gütegemeinschaft Catering bin ich ferner ein klarer Befürworter des RAL-Gütezeichen Catering. Wir werden alles daran setzen, dass bestLife noch in diesem Jahr RAL-zertifiziert wird.

CI: Weiche Wachstumsstrategie haben Sie für Ihr Unternehmen ausgegeben?

Tossenberger: Wir werden 2002 von Juni bis Dezember 5 Mio. Euro umsetzen, für 2003 sind 15 Mio. Euro angepeilt. Wir wollen langsam wachsen, aber ich habe einen Traum: In fünf Jahren soll bestLife zur Top Ten in der deutschen Catering-Branche gehören.

Quelle: Catering inside 9/2002

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Tossenberger gründet neue Cateringfirma bestLife

Stefan Tossenberger, noch bis Anfang des Jahres Vorstand von Victors Health Care AG, Marktführer für das Catering in Seniorenresidenzen, legt mit seiner neuen Cateringfirma bestLife wohl den interessantesten Start-up des Jahres hin. Zu den ersten der bisher sieben Kunden zählt die orthopädische Akut-Klinik, Bad Hersfeld. für die der Dienstleister Verpflegungs- und Reinigungsdienste erbringt. Die Unternehmensgruppe aus Obersulm ist seit Juli diesen Jahres auch für die Versorgung der neuen Reha-Klinik in Bad Hersfeld verantwortlich. Bis zum Jahresende will Tossenberger die Zahl seiner Catering- und Dienstleistungsverträge Zahl verdoppeln. Stefan Tossenberger, Vorsitzender der Geschäftsführung von bestLife, bringt den Anspruch seines Unternehmens auf den Punkt: "Professionelles Verpflegungsmanagement und menschliche Herzenswärme schließen sich nicht aus, im perfekten Service ergänzen sie einander." Zum Portfolio der Gruppe gehören Vollverpflegung, Reinigung, Hauswirtschaftsdienste, Gebäudemanagement und Beratung von Betrieben in Eigenregie.

Quelle: www.cafe-future.net: 9/2002

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Wettbewerbs-Vorteile durch Outsourcing
Interview mit Unternehmensberater Stefan Tossenberger, Chef der Tossenberger Management & Consulting

Was bedeutet Outsourcing?

Tossenberger: Das Kunstwort "Outsourcing" setzt sich aus den englischen Begriffen "outside", "resource" und "using" zusammen und bedeutet in der umfassenden Lesart die Auslagerung bestimmter, definierter Funktionen eines Unternehmens und deren Übertragung an Dritte.

Warum überhaupt outsourcen?

Tossenberger: Um die wichtigen Ressourcen eines Unternehmens auf die eigentliche Kernkompetenz zu konzentrieren und sich im Wettbewerb optimal zu positionieren. Warum sollte sich das Management eines IT-Unternehmens beispielsweise mit Fragen der Bewirtschaftung des Firmengebäudes oder Reinigungsfragen beschäftigen müssen?

Und damit im Randbereich teure Kapazitäten binden.

Tossenberger: Richtig. Der Kostenexplosion in unternehmerischen Randbereichen kann man nur auf zweierlei Art begegnen: entweder man bringt diese Bereiche dazu, als interne "Profitcenter" zu arbeiten, oder man vergibt einen Bereich an einen externen Dienstleister.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Outsourcing im Dienstleistungssektor?

Tossenberger: Ein guter Dienstleister weiß aus Erfahrung, in welchen Randgebieten eines potenziellen Auftraggebers Optimierungsbedarf besteht. Er kann seinem Kunden ein Angebot machen und Aufgaben im Randbereich besser und günstiger lösen. Der steigende Wettbewerbsdruck in der Industrie und im sozialen Bereich fordert die Spezialisierung auf Kernkompetenzen, schafft große Marktpotenziale für die Dienstleister und ungeheure Rationalisierungspotenziale für die Unternehmen.

Machen Sie einen Trend aus?

Tossenberger: Ja, ungebrochen hin zum Outsourcing. Das liegt zum einen daran, dass die Dienstleister als Spezialisten über besseres Know-how verfügen. Zum anderen sind sie sehr flexibel und das Budget bleibt für die Auftraggeber überschaubar. Das ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten enorm wichtig.

Ist Outsourcing nur für Großunternehmen von Interesse?

Tossenberger: Keinesfalls. Jedes Unternehmen hat Kern- und Randbereiche und auch kleine Unternehmen praktizieren doch längst Outsourcing - denken Sie nur an die Delegation von Aufgaben an Steuerberater oder Rechtsanwälte. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen flexibel auf die Auftragslage reagieren können - sonst geraten sie schnell in die "Personalfalle". Durch eine gezielte Analyse lässt sich leicht feststellen, wo Sparpotenziale durch Outsourcing realisierbar sind.

Quelle: Piepenbrock Panorama Nr. 04/01

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Investieren Sie in die Zukunft?
Stefan Tossenberger zum Thema "Ausbildung im catering Business"

"Schon 1999 wurden von der Victor´s Health Care Services AG und ihren Tochterunternehmen Auszubildende für kaufmännische Berufe wie auch zur Ausbildung als Koch/Köchin aufgenommen. Im Jahr 2000 haben wir die Ausbildungsquote weiter erhöht.

Wir sehen in unserer Ausbildungsinitiative neben der generellen Verpflichtung eines Unternehmens, Jugendlichen berufliche Chancen und Perspektiven zu eröffnen, auch den Aspekt der Qualitätssicherung: Dienstleistung in Deutschland braucht Kompetenz, Kreativität und Einsatz. Unsere Ausbildung,sowohl im kaufmännischen wie auch im Catering-Bereich, ist ein optimales und umfassendes Training-on-the-Job für den Nachwuchs in einem modernen Cateringunternehmen.

Wir wollen das Potenzial dieser jungen Menschen aufgreifen und sie für unseren Qualitätsanpruch sensibilisieren.

Unser Anforderungsprofil an einen Cateringspezialisten setzt sich dementsprechend aus gastronomischen, pflegerischen und natürlich aus Dienstleistungselementen zusammen. Da ist es unumgänglich, eigene Ausbildungswege zu intensivieren. Wenn wir unsere Visionen für die Zukunft umsetzen wollen, müssen wir in der Gegenwart ansetzen."

Quelle: Catering Inside 04/2000

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Beim Outsourcing müssen die Voraussetzungen stimmen
"Die Verbesserung gibt es nicht automatisch!"

Outsourcing ist ein Reizwort, und das nicht nur im Gesundheitswesen. Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze, Geschäftsführer forcieren die Bindung an externe Partner, weil sie sich vom Spezialisten einen günstigeren Preis für die gleiche Leistung erwarten. Wir sprachen mit Stefan Tossenberger, der sich in seiner CD-ROM "richtig outsourcen" mit der Nutzung fremder Ressourcen auseinandergesetzt hat.

Stefan Tossenberger ist als Anbieter von Dienstleistungen im Gesundheitswesen präsent, daneben ist er beratend tätig.

Woher kommt denn der Begriff Outsourcing?
Der Begriff Outsourcing ist ein Kunstwort und setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen Outside Resource using und bezeichnet damit das Nutzen externer Potentiale, die längerfristig angelegte Auslagerung bestimmter definierter Funktionen sowie der für die Funktionserfüllung notwendigen Ressourcen aus dem Unternehmen an Dritte. In einer engeren Definition des Begriffes "Outsourcing" wird er nur im Hinblick auf Dienstleistungen gebraucht. Denn eines steht fest: es dürfen immer nur Randbereiche eines Unternehmens "outgesourct" werden, damit die Konzentration auf die Kernkompetenzen verstärkt wird.

Um konkret zu werden: Wieso steigt die Qualität der Leistung beim Einsatz eines Caterers oder einer Gebäudemanagementfirma?
Damit hier keine Missverständnisse auftauchen: Outsourcen bedeutet nicht automatisch eine Qualitätsverbesserung für die Einrichtung! Wenn das so wäre, dann hätte ich mir die Arbeit für das Projekt "richtig outsourcen" ja sparen können! Der Einsatz eines Caterers oder einer Gebäudemanagementfirma kann die Einrichtung von betriebsfremden Aufgaben entlasten und auch Verwaltungsaufwand reduzieren. Aber: Outsourcing ist erst ab bestimmten Betriebsgrößen sinnvoll. Vor der Vergabe müssen unbedingt die Betriebsabläufe analysiert, Stärken und Schwächen der Eigenleistung geprüft und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt werden. Stimmen die Voraussetzungen, dann kann sich eine Einrichtung allerdings in den meisten Fällen verbessern. Ein guter Dienstleister ist ein Experte auf dem Gebiet, mit dem man ihn beauftragt hat und kann so mit bestens geschultem Personal effizient und qualitätsbewußt arbeiten. Gleichzeitig werden Kosten verringert, beispielsweise können durch den günstigen Großeinkauf eines Caterers Preisvorteile realisiert und im Gebäudemanagement durch günstige vertragliche Abschlüsse, insbesondere in den Bereichen Müllentsorgung und Stromversorgung, Kosten reduziert werden.

Für ein Krankenhaus stellt sich immer eine unmittelbare Entscheidung: Wie findet man den richtigen Dienstleister - zum Beispiel in der Unterhaltsreinigung?
Der erste Schritt ist hier die Ausschreibung oder das gezielte Einholen von Angeboten verschiedener Dienstleister. Es ist wichtig, ein exaktes Anforderungsprofil vorzugeben. Die Reinigungszeiten sollten genannt und ein Aufmaß der zu reinigenden Räume geliefert werden. Ein seriöser Dienstleister wird die Einrichtung besichtigen, bevor er sein Angebot abgibt, und dafür sollte man ihm ausreichend Zeit lassen, mindestens 30 Tage. Die Dienstleister werden daraufhin ein Leistungsverzeichnis erstellen, zwischen Standard- und Sonderleistungen unterscheiden. Danach gilt es, gründlich zu prüfen. Wenn sich eine Einrichtung schon unsicher ist, wie sie die eigene Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen soll, dann ist das Hinzuziehen einer Beratungsfirma für den gesamten Prozeß unbedingt ratsam.

Nach der Ausschreibung gehen eine Reihe Angebote ein. Wann sollte man als Krankenhaus-Manager stutzig werden?
Stutzig machen sollten Dienstleister ohne Zertifikat und Anbieter, die nur Einheitspreise anbieten und auch nicht bereit sind, ihre Kalkulationen offenzulegen. Bei der Entscheidung ist vor allem die Plausibilität der Preis-/Leistungsverhältnisse zu berücksichtigen. Allgemein gilt: Der billigste Anbieter ist nicht immer der wirtschaftlichste und schon gar nicht der leistungsfähigste. Schließlich wollen die Einrichtungen ja nicht nur Kostendämpfung, sondern auch eine qualitativ hochwertige Leistung zur Verbesserung ihrer Wettbewerbschancen.

Wenn es mal nicht klappt, muß sich das Haus schnell und geräuschlos vom Dienstleister trennen können. Wie sollte denn der Vertrag in dieser Frage gestaltet werden? Lange Laufzeiten verhindern Flexibilität, daher sollten Vertragslaufzeiten im mittelfristigen Bereich liegen. Zu langfristige Bindungen können ja auch dem Dienstleister schaden, wenn eine Einrichtung ihren Verpflichtungen nicht nachkommt oder sich grundlegende Veränderungen, beispielsweise in der Patientenbelegung, ergeben. Denn auf solchen Zahlen baut ein Anbieter seine Kalkulation auf. Zu kurze Laufzeiten sind für beide Vertragspartner nicht sinnvoll, weil der Dienstleister auch eine Anlaufphase benötigt, um sich auf die Gegebenheiten der Einrichtung einzustellen. Innerhalb von zwei Jahren kann aber eine positive Zusammenarbeit eigentlich immer hergestellt werden. Oft stellt sich die Wahl zwischen einem Anbieter, der seine Dienstleistungen als vernetztes Paket anbietet und mehreren Bietern, die Einzelsegmente wie Catering oder Reinigung bieten. Was bevorzugen Sie? Vom logistischen Aufwand her ist es sicher besser, einen Anbieter zu finden, der ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbietet. Die Erfahrung zeigt, daß es in diesem Fall einfacher ist, günstige Gesamtvereinbarungen zu treffen und man zugleich nur einen Ansprechpartner mit konsistenter Leistung hat. Falls allerdings eine Einrichtung schon mit einem Dienstleister in einem Segment - wie einem Caterer - erfolgreich zusammenarbeitet, kann es sinnvoll sein, diesen beizubehalten und nur weitere Dienstleistungen von dritten Anbietern zuzukaufen. Auch für das Outsourcing gilt schließlich der Satz "never change a winning team". Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: KrankenhausTechnik 02/2000, Autor: Helmut Floder

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Mit Persönlichkeit führt man besser!

Portrait Stefan Tossenberger: Mittelständische Dienstleister im Spannungsfeld von Umsatz und Qualität

[...] Stefan Tossenberger, Geschäftsführer von Hawitas, Mannheim gehört inzwischen zu den profiliertesten Vertretern der mittelständischen Dienstleistungswirtschaft. [...]

Als Stefan Tossenberger vor rund fünfeinhalb Jahren in die Geschäftsführung von Hawitas berufen wurde, ahnte er nicht, daß er innerhalb kürzester Zeit die alleinige Geschäftsführung übernehmen sollte. [...] Der jetzige Alleingeschäftsführer besaß bereits zu jener Zeit zwei gutgehende Beratungs- und Einrichtungsgesellschaften – zum einen quaStefan Tossenberger Großküchentechnik" und zum anderen "Plan-Tek für Verpflegungstechnik". In der Zwischenzeit kam die "Tossenberger Management- und Consulting" hinzu. [...] "Ich arbeite am liebsten in Küchen, die von mir geplant und eingerichtet wurden". Und mit sichtbarem Stolz fügt er hinzu: "Ich habe einen Namen auf dem Markt der Großkücheneinrichtungen. Und ich bin nicht der billigste". Dafür – und das merkt man schnell – versteht er sein Handwerk, wenn er von dem Aufbau eines Küchenfußbodens bis hin zur Problematik der Entlüftung doziert. [...] Inzwischen beschäftigen seine drei Beratungsgesellschaften mit Firmensitz in Heilbronn über 20 Mitarbeiter.

Besonders stolz ist Tossenberger auf seinen "Coup": die Herausgabe einer CD-ROM zum Thema "Outsourcen im Alten- und Pflegebereich". [...] Manchen Mitbewerber wird seine CD-ROM ärgern, weil auf ihr nicht nur Erklärungen dafür zu finden sind, was Outsourcing ist und was der Auftraggeber dabei beachten muß. Sie enthält vielmehr auch einen Preisspiegel für Cateringleistungen "von ... bis ...". "Da werden mich einige Mitbewerber anrufen und mich fragen, ob ich bescheuert bin", erklärt Stefan Tossenberger schmunzelnd seinem Gesprächspartner von Kma.

[...] "Die Großen sind keine Dienstleister im eigentlichen Sinne mehr", betont der Mittelständler Tossenberger. "Ich muß persönlich und individuell auf den Kunden eingehen können, und dies setzt den direkten Zugriff voraus". Die großen Dienstleistungskonzerne seien gezwungenermaßen anonyme Gebilde, die ihre verschiedenen Rangstufen bei den Mitarbeitern kaum unter einen Hut brächten. Bei ihnen fehle der Gleichklang unter den Mitarbeitern. [...] Der Hawitas-Geschäftsführer ist der Meinung, daß die Persönlichkeit des Dienstleistungsunternehmers von entscheidenden Bedeutung ist. "Ich kann persönlicher sein als ein Gigant, wo nur der Verkaufsleiter kommt".

[...] "Persönlichkeit" ist ein ständiges Schlagwort von Tossenberger. Nicht nur, daß er sich selbst als Persönlichkeit verstanden wissen möchte, auch von seinen Mitarbeitern erwartet er so viel Persönlichkeit wie möglich. Dies läßt sich seiner Meinung nach nur über intensive Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erreichen, denen er besondere Aufmerksamkeit schenkt. Alle wichtigen Führungsebenen ruft er regelmäßig zu Schulungen zusammen, die er persönlich leitet. Sein Credo: "Man ist heute nur ein guter Unternehmer, wenn man erkennt, daß man nur mit gutem Personal mehr Geld verdienen kann". [...]

Im Gespräch mit dem Hawitas-Geschäftsführer fallen laufend Begriffe wie "Persönlichkeit, Gestaltungswille, Entscheidungsfreiheit, Mitarbeiterpflege", und man nimmt ihm die Ernsthaftigkeit dabei ab. Überhaupt vermittelt die Person Tossenberger eine Mischung von Anteilnahme für den Nächsten und gleichzeitig ein Stück Eitelkeit. "Ich bin eitel", gibt er großzügig zu, um gleich im nächsten Satz festzustellen "aber nicht ‚ehrenkasig‘" [...] Und immer wieder im Gespräch erinnert er an seine Prägung durch das Elternhaus, die arme, aber fleissige Leute gewesen seien. Den Beruf des Kochs und Kaufmanns hat er erlernt, seine Kenntnisse in der Großküchenplanung und –einrichtung im Selbststudium erworben. Tossenberger gehört zweifelsohne zu den Unternehmern, die die Branche faßbar machen, weil sie wissen, daß Kommunikation mit dem Markt wichtig ist.

Quelle: KlinikManagement Aktuell 07/1999

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Ohne Visionen sind wir tot.

F.: [...]wie sichern Sie "menschliche Qualität" bei Ihren Mitarbeitern?
T.: Ich setze Vision gegen leere Rechnerphrasen. Mitarbeiter kann man "kaufen", das ist keine Frage. Aber im besten Fall werden diese Mitarbeiter aber nur ihre vertraglich vereinbarten Leistungen erbringen. Sie werden sich weder mit ihrer Arbeit, noch mit ihrer Firma identifizieren können, denn eigentlich ist ihnen immer bewußt, daß sie "nur gekauft" sind. Wenn ich mir als Unternehmer in der Dienstleistungsbranche bewußt bin, daß meine Mitarbeiter mein eigentliches Kapital sind, muß ich ihnen mehr bieten als Geld - ich muß sie begeistern. Wenn ich ihnen klarmachen kann, daß sie gebraucht werden, und zwar mit ihren Ecken und Kanten, ihren Emotionen und ihrer Phantasie und daß sie Teil eines Teams sind, in dem man sich vertraut und in dem man auch "querdenken" darf und soll, dann sind Leistungen möglich, die sich diese Menschen selbst nicht zugetraut hätten. Ohne Visionen sind wir tot.

F.: Das klingt zwar schön, aber Sie sind auch bekannt für eine straffe Unternehmensführung. Passen da Querdenker noch ins Konzept?
T.: Stimmt genau! wie alle Unternehmer will ich auch, daß meine Vorgaben eingehalten werden, daß das Unternehmen so läuft, wie ich es will, und nicht immer gibt es die Zeit für lange Diskussionen. Doch ich schätze die Leute, die trotzdem den Mut und die Argumente haben, mich von einer Alternative zu überzeugen; obwohl sie schon vorher wissen, daß es nicht leicht sein wird. Wer keine abweichenden Meinungen zuläßt, ist von seinen eigenen Überlegungen nicht überzeugt, will sie nicht verteidigen, weil er eigentlich weiß, daß er es nicht kann. In zu vielen Unternehmen herrscht der Minderwertigkeitskomplex. Umgeben von einer Schar williger Duckmäuser und Jasager regiert der "Chef" wie ein absoluter Monarch. Immerhin - die hielten sich früher ihre Hofnarren, die ihnen noch die Meinung sagen durften. Ich glaube, manche Unternehmer hätten heute nicht einmal dazu den Mut.

F.: Letztes Jahr meinten Sie in einem Interview, Sie "stünden bequem zwischen allen Stühlen". Bezieht sich das heute auch auf Ihre Position zwischen Teamdenken und "Leitwolf"-Rolle?
T.: Ja, absolut. Ich weigere mich einfach, mir nur eine Rolle zuordnen zu lassen. Positionierung und Verhalten müssen so flexibel sein, wie die Anforderungen, die gerade bewältigt werden müssen. Wenn das Team funktioniert, lasse ich es laufen. Aber man darf sich nicht täuschen: ganz situationsbezogen sehnen sich Mitarbeiter auch nach Führung und brauchen den "Leitwolf", der sie "heiß" macht und die Richtung bestimmt. Die unternehmerische Verantwortung nimmt mir ja auch keiner ab.

F.: Herr Tossenberger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Quelle: Auszug aus einem Interview mit dem Magazin PV-Report 5/1999:[...]

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"Ich stehe bequem zwischen allen Stühlen"

[...] Wenn alle anderen das Sparen zum Hauptprinzip erheben, setzt er auf kompromißlose Qualität; wenn bei leeren Kassen unternehmerische Experimente Mangelware sind, setzt er auf Engagement in der öffentlichen Gastronomie. Daß er dabei noch erfolgreich ist, hat sich wohl herumgesprochen: im März wurde Tossenberger zum Schirmherrn der "Vereinigung ehemaliger Hotelfachschulabsolventen D. Speiser e.V." ernannt.

Die "HOFA-Vereinigung" ist ein weltweiter Zusammenschluß von über 1000 Gastronomen und Hoteliers, die es sich als ehemalige Schüler der berühmten "Hotelfachschule D. Speiser / Tegernsee" zur Aufgabe gemacht haben, die seit dem Tode des Gründers 1996 ruhende Ausbildungsstätte als Hotelfach-, Tourismus- und Cateringfachschule mit neuem Leben zu füllen. Gleichzeitig dient der Verein als Interessenvertretung des Berufsstandes allgemein. Da galt es, sowohl intern wie auch extern ein geeignetes Zugpferd, einen "zukunftsorientierten Manager der neuen Schule" zu finden. Keine schlechte Wahl - Tossenberger ist immer für Bewegung gut.

Als Inhaber der Firmen Tossenberger Großküchentechnik und des Planungsbüros für Verpflegungstechnik Plan-Tek (und nebenbei eines der jüngsten Mitglieder der Int. Fédération cuisinier exclusiv d'Europe) lenkt er als Geschäftsführer seit 1994 auch die Aktivitäten der hawitas Handels- und Service GmbH, die auf Vollverpflegung- und Reinigungsdienstleistungen im sozialen Bereich, also in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Reha-Kliniken spezialisiert ist.

[...] Stefan Tossenberger zum Erfolg seines Unternehmens: "Erfolgsrezepte haben mich nie interessiert. Ich glaube aber, daß wir in Deutschland viel zu selten zu wirklich kompromißloser Dienstleistung bereit sind. Eine Dienstleistung, die ihren Namen verdient, kann sich nur an den individuellen Wünschen der Kunden und Gäste orientieren und spontane, schnelle Lösungen und Angebote sind nun einmal unsere Spezialität. Erfolg läßt sich nur über die Kundenzufriedenheit herstellen."

Eigentlich sollte man meinen, daß die Führung dreier Unternehmen ausreichend Arbeit bietet, auch einen so umtriebigen Menschen wie Stefan Tossenberger auszulasten - er selbst sieht das allerdings anders: "Harte Arbeit macht mir nichts aus; was ich nicht ertragen kann, ist Langeweile! Wenn ich keinen Spaß bei der Arbeit empfinden würde, würde ich wohl den Beruf wechseln und lieber ganz von vorn anfangen." [...]

Das Prinzip des Spielers?
Wie hält man den Spaß an der Arbeit lebendig, wenn Risiko sich zum Erfolg wandelt und nach der aufregenden Anfangsphase das Tagesgeschäft erledigt sein will? "Ich kann mich auf meine Mitarbeiter verlassen - sie halten mir den Rücken dafür frei, auch kreativ gegen den Strich denken und planen zu können. Die Möglichkeiten für qualitativ hochwertige Dienstleistung scheinen mir in Deutschland heute immens. Da ist bestimmt noch viel Risiko und Spaß zu haben." Darauf angesprochen, ob er sich selbst für einen Spieler hält, kommt die Antwort spontan: "Ein guter Spieler geht nie unkontrollierbare Risiken ein und weiß eigentlich immer, welche Chancen er hat. Mit diesem Bild kann ich mich schon identifizieren. Nur ein schlechter, unprofessioneller Spieler würde über sein Limit gehen. Dafür ist mir die Verantwortung für die Mitarbeiter und die Unternehmen viel zu wichtig. Ich habe meinen Spaß daran, querzudenken und bequem zwischen allen Stühlen zu stehen ..."

Quelle: Auszug aus GV-Kompakt 07/08 1998

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Dienstleistung von kreativen Querdenkern

Es gibt Leute, die schwimmen scheinbar gegen den Strom und kommen dennoch früher ans Ziel. Stefan Tossenberger [...] hat in wenigen Jahren unter Beweis gestellt, daß bei weitem nicht nur der Preis einer Dienstleistung entscheidend für den Geschäftserfolg ist.

Quelle: Auszug aus GV-Praxis 6/1998

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